A. Lühr-Lehrs

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Kleines Pilz-Brevier

und wichtige Hinweise

Pilze als Krankheitserreger wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts gefunden, doch erst in den letzten Jahren wurde ihre Bedeutung als Infektionskeime schwerer und tödlicher Krankheiten in der allgemeinen Medizin erforscht. Da das Fach Medizinische Mykologie auch heute noch an den wenigsten Universitäten gelehrt wird, erlauben wir uns, dem Patienten Wissen zu vermitteln, das ihm einen gewissen Schutz gibt.

Pilze sind Pflanzen, denen das Chlorophyll fehlt. Folglich können sie den für Wachstum und Vermehrung notwendigen Kohlenstoff nicht selbst aufbauen. Als Ersatz hat die Natur sie mit Verdauungsfermenten ausgerüstet, mit denen sie Materialien und Lebewesen ihrer Umgebung auflösen können. Dadurch sind sie in der Natur von unverzichtbarem Nutzen. Jährlich setzen sie abgestorbene Zellen und Körper um, und es wird wertvoller Kompost daraus. Jedoch mit ihren Enzymen greifen sie auch lebende Pflanzen, Tiere und den Menschen an.

Den sichersten Schutz gegen ihre Verdauungsenzyme, für den Menschen hochgiftig, wenn es sich um Pilze mit krankheitserregendem Charakter handelt, bietet das Immunsystem. Der menschliche Körper verfügt über ausreichende Entgiftungssysteme und genügend Abwehrzellen, wenn Pilze bereits in den Körper gelangt sind, solange der Körper nicht mit Pilzen oder Pilzgiften aus der Umwelt überbelastet wird. Sich vor Krankheit schützen, also auch vor Schädigungen durch Bakterien und Pilze, bedeutet

  • die körpereigene Immunabwehr nicht schädigen, sondern pflegen,
  • Pilze aus Wohn- und Arbeitsräumen fernhalten,
  • die Aufnahme neuer Krankheitskeime vermeiden, indem auch die Mitmenschen durch Lehre und Praxis der Antimykotischen Immuntherapie "pilzfrei" werden.

Die Menschen wissen größtenteils noch nicht, daß mit der Nahrung und der Atemluft Pilze aufgenommen werden. So wichtig Rohkost ist, so wichtig ist die Reinigung von eingekauftem Obst und Gemüse. Blähungen nach dem Essen zeigen oft mitverzehrte Hefepilze an! Lebensmittel, insbesondere Fertignahrungsmittel, können durch Bearbeitungsprozesse mit Pilzen hochgiftige Mycotoxine, Pilzgifte, enthalten, die im menschlichen Körper zu Schäden führen. Außerdem schadet sich der Mensch heute durch bösartige Pilze in der Atemluft.

Der Mykologe Dr. med. H. Gemeinhardt, Berlin, untersuchte 1988 bis 1991 mehrere tausend Raumluft-, Tapeten- und Wohnraumgeschabselproben der Wohnräume und Zelte in und um Berlin. In gepflegten und ungestörten Räumen betrug der Pilzsporengehalt der Raumluft zwischen 100 und 500 Schimmelpilzelemente pro Kubikmeter Atemluft. In den meisten Fällen war eine Wechselbeziehung zwischen den diagnostizierten Pilzen und der Krankheit der Wohnungsinhaber feststellbar (Hautnah Mykologie, 6 / 1992, S. 244-248). Die Berechnung dieser Schimmelpilzmenge über das Atemvolumen der Lunge multipliziert mit dem 24-Stunden-Rhythmus ergibt eine tägliche Inhalationszahl von ca. 50.000 Schimmelpilzsporen. Die zusätzliche Aufnahme von Hefe- und Hautpilzen muß hinzugerechnet werden.

Aus Mykologie, Grundriß für Naturwissenschaftler und Mediziner, E. Müller, W. Loeffler, 4. Auflage 1982, Thieme-Verlag, S. 158:
"Infektionschancen für die meisten Mykosen dürften ständig bestehen, so daß sich jeder Mensch mehrmals täglich mit Candida albicans, Aspergillus fumigatus oder einem pathogenen Vertreter der Mucoraceae infizieren könnte."

Die körpereigene Immunkompetenz und die Aufnahme von Schutzstoffen verhindern die Infektion. Immunorgane jedoch können verletzt und geschwächt werden, deshalb ist die Überprüfung aller Stoffe, die mit dem eigenen Körper in Berührung kommen, von entscheidender Bedeutung. Kosmetische Produkte und Fertignahrungsmittel können Konservierungsmittel enthalten, die nicht nur ihre Giftwirkung gegen Bakterien und Pilze im entsprechenden Produkt entfalten, sondern im menschlichen Körper weiterwirken. In allen diesen Fällen wird die körpereigene Immunität geschwächt oder verletzt bis zur unwiderruflichen Schädigung. Geschädigte Körperzellen sind willkommene Nahrung für Pilze.

Logische Konsequenz: Sie brauchen täglich Schutzstoffe, um die Giftwirkung der Atemluftpilze zu kompensieren.
Sehr wichtig auch der Schutz für das allen Organen übergeordnete Gehirn: Pilze reduzieren nicht nur das Gesamtbefinden, sie verursachen Fehler der intelligenten Leistung und beeinflussen die Intelligenz negativ.


Pilze aus der Raumluft bei einer Patientin mit seit 15 Jahren bestehendem, therapieresistentem Ohrekzem