A. Lühr-Lehrs

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Wissenschaftlicher Service 1/ 2003


 Neues aus der Literatur

von Kai Lühr, Arzt

Neues zu spezifischen und unspezifischen immunologischen Abwehrmechanismen

"Viele ganz verschiedene unspezifische Abwehrmechanismen verhindern eine Infektion. So sind ein unverletztes Epithel und Schleimhaut eine unüberwindliche mechanische Barriere, die das Eindringen von Erregern blockieren. Die anatomischen Hürden werden noch unterstützt durch humorale, chemische Faktoren wie etwa Lysozym und Oligopeptide, die je nach Lokalisation recht verschieden sein können. So ist auf der Haut das Dermicidin, auf der Zunge das linguale antimicrobial protein, auf der Trachealschleimhaut der Surfactant factor und das tracheal antimicrobial protein oder im Darm das Cryptdin. Diese Stoffe verhindern eine übermäßige lokale Besiedlung. Wenn Keime diese erste Front überwunden haben sollten, kommen weitere "endogene Antibiotika" wie Komplemente, Properdin, Laktoferrin usw. ins Spiel. Zusätzlich kommt dann noch das System der Phagozyten zu Hilfe, eine Ausbreitung zu verhindern. Diese Abwehrzellen wehren sich mit oxidativen Mechanismen (NO, Superoxide, etc.) und nicht-oxidativen, darunter eben auch wieder Oligopeptide mit antimikrobieller Wirkung wie Defensine, Calcium binding leukocyte L1 protein (Calcoprotein) p15 u.v.a.m.

Allenfalls wenn eben die unspezifischen und/oder die spezifischen, immunologischen Abwehrmechanismen außer Gefecht gesetzt sind, haben Opportunisten eine Überlebenschance, die sie dann aber auch nutzen."

Auszug aus: "Risiko durch Pilze am Arbeitsplatz" von Prof. Dr. med. H. Hof, Vorsitzender der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft in MYKOLOGIE FORUM, Ausgabe 3/ 2003, PVV Science Publications, D-40885 Ratingen.


Vorwort von Prof. Dr. med. H. Hof

in "mycoses volume 46 No 7/ 2003", Blackwell Verlag, D-10707 Berlin

"Pilze, die eigentlich avirulent und überhaupt nicht in der Lage sind, sich im Körper eines Wirtes zu vermehren, können aber ein erhebliches Gesundheitsrisiko erzeugen, wenn sie Mykotoxine generieren. Die chemischen sowie biologischen Eigenschaften dieser Mykotoxine sind so vielfältig, dass in Deutschland eine eigene wissenschaftliche Gesellschaft sich mit dieser mykologischen Fragestellung der Entstehung und des Nachweises dieser aktiven Metabolite beschäftigt...... Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind schwerwiegend; nicht zuletzt die karzinogene Eigenschaft vieler Mykotoxine ist brisant."

Prof. H. Hof, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsklinik Mannheim.


VITILIGO

Depigmentierung bei Pityriasis versicolor wird durch den Hefepilz Malassezia furfur verursacht. Dieser Hefepilz gibt an das umgebende Gewebe einen cytotoxisch wirkenden Stoff ab, den Metaboliten Malassezin. In Untersuchungen konnte dessen toxische Wirkung auf die Melanozyten nachgewiesen werden. Das erklärt die Hemmung der Melanogenese. Außerdem wurde die toxische Schädigung der Keratinozyten nachgewiesen, was die "kleieartige" Schuppung bei Pityriasis versicolor erklären könnte.

Naturheilkundliche Therapie bei VITILIGO:

GALIVERT - HERALVENT - ORICANT wöchentlich an zwei Tagen Galivert morgens, Heralvent mittags, Oricant abends 5-8 Tropfen 3 Monate, anschließend: 2 Monate Pause. Der Eisenstoffwechsel muß kontrolliert werden, bei Eisenaufnahme, -verwertungs- oder Speicherstörung mit Ferrum metallicum D4 - LM 18 behandeln. Diese Therapie sollte bis zur Heilung, erfahrungsgemäß 2 Jahre, in Intervallen durchgeführt werden. Die Therapie kann nur erfolgreich sein, wenn immunologisch wirksame Schadstoffe in kosmetischen Produkten und Nahrungsmitteln gemieden werden.